Donnerstag, 13. Dezember 2012

....::: 13. Dezember :::...


Im 13. Türchen habe ich euch eine süße Geschichte mitgebracht.. die Taschentücher aber bereit halten.. ;-)

Papa, erzähl mir vom Himmel

Märchen beginnen normal immer mit "Es war einmal".
Meine heutige Weihnachtsgeschichte, nicht. Denn diese Geschichte kann jedes Jahr und überall geschehen, aber nur in der Weihnachtszeit.

Ein Vater hatte gerade seine kleine Tochter vom Kindergarten abgeholt und wie jeden vorangegangenen Tag fragte klein Anna auch heute: "Papa, wie oft noch schlafen bis das Christkind kommt?"

"Du kannst es ja gar nicht erwarten – aber ich sage es dir – einmal noch schlafen und dann kommt das Christkind!"

"Einmal noch! Nur noch heute? Dann kommt das Christkind mit all den Päckchen? – Glaubst du, dass es meinen Wunschzettel gefunden hat?"

"Er war weg!"

"Ja, du weißt, wie oft bei mir ein Spielzeug weg ist und das hat auch nicht das Christkind geholt!"

"Anna, das ist doch ganz was anderes – deine Spielsachen tauchen alle wieder einmal auf, unterm Bett, im Kasten oder sonst wo!"

"Und Mama? Hat die auch das Christkind geholt?"

"Wie kommst du darauf???"

"Na ja, wegen dem Wunschzettel, den hat doch das Christkind geholt – dann hat sie vielleicht auch die Mama.....

"Ja, das kann man auch so sagen. Mama ist im Himmel... und das Christkind auch!"

"Papa, du schreibst doch Bücher und Geschichten, hast du auch eine über den Himmel!"

"Nein, aber ich werde dir heute vor dem Einschlafen eine Geschichte über den Himmel erzählen, aber jetzt lass uns erst mal nach Hause gehen"

Hand in Hand gingen Vater und klein Anna die Straße entlang – überall in den Fenstern sah man schon Weihnachtsbeleuchtungen, in manchen Vorgärten standen beleuchtete Tannenbäume.

Klein Anna plapperte ununterbrochen. "Nur noch einmal schlafen" "Nur noch einmal schlafen" ------ und der Vater überlegte sich die ganze Zeit, was er über den Himmel erzählen sollte. Zu Hause war es schön warm, überall standen Adventssachen, kleine Engel als Kerzenleuchter, Weihrauchhäuschen, ein Adventskranz hing von der Decke und auch eine Krippe durfte nicht fehlen.

Klein Anna lief sofort in ihr Zimmer, denn sie hatte in der Früh vergessen, das 23zigste Türchen vom Adventskalender aufzumachen.

"Papa, ein Schokoladenstern! Darf ich noch naschen?"---- "Nein erst nach dem Abendessen."

"Zu spät! Er war so weich, dass ich ihn nicht mehr halten konnte!"

"Anna, man darf doch zu Weihnachten nicht lügen!"

"Sonst schon?"

"Anna, bitte geh jetzt Hände waschen und komm essen!"

"Okay, aber vergiss nicht, du hast mir versprochen eine Geschichte über den Himmel zu erzählen."

Während des Essens und auch als Anna badete überlegte der Vater: "Was soll ich über den Himmel erzählen? Vielleicht vergisst sie es? Oder.. mir wird schon was einfallen"

Nach dem Baden wollte Anna unbedingt noch das Video vom „Rudolf das Renntier" sehen – der Vater verzichte zum zwanzigsten mal auf die Abendnachrichten – denn so oft hatten sie sich schon den „Rudolf" angeschaut.
"Aber dann ins Bett."

"Und nur noch einmal schlafen!"

Als der Film zu Ende war lief Anna zum Fernseher, drückte die Austaste, lief zurück zum Vater, kuschelte sich an ihn und sagte "Und nun noch die Geschichte vom Himmel!"

"Nun gut – der Himmel ist ganz, ganz weit oben, manchmal ist er ganz blau mit kleinen weißen Wolken und in der Nacht..." ---- „---sind Sterne und der gute alte Mond, Papa das weiß ich doch – Ich will nicht wissen was AM Himmel ist, ich möchte wissen -- IM Himmel"

"Aha, na gut, im Himmel ist jetzt irrsinnig viel los – das Christkind hat alle Wunschzettel eingesammelt und abgeliefert. Jetzt sind alle Engel beschäftigt, diese Kinderwünsche zu erfüllen."

„Die Mama ist ja auch im Himmel, ist sie auch ein Engel?" --"Aber ja mein Liebes, sie ist Dein Schutzengel "--- „Dann hat sie auch meinen Wunschzettel gelesen?"

"Aber sicher, du wirst sehn, morgen abend unter dem Weihnachtsbaum werden alle deine Wünsche erfüllt sein.

Heute Nacht wird aber noch gearbeitet, gebastelt und genäht, gehämmert und geklopft und das so laut, dass davon Frau Holle aufwacht und ihre Betten schüttelt,so dass es auch so richtig weihnachtlich auf Erden wird. --- Mama hat den Schnee so geliebt, sie war dann wieder wie ein Kind...... und dann kam die Krankheit --- und dann waren nur noch wir zwei."

Und der Vater erzählte noch so viel vom Himmel, dass er gar nicht gleich merkte, daß Anna schon eingeschlafen war.

Er brachte sie ins Bettchen und verließ ganz leise das Kinderzimmer. Dann holte er den Wunschzettel und überprüfte nochmals alle Geschenke. Bei dem Päckchen mit der Puppe, die weinen und Mama sagen kann, wechselte er den Anhänger nochmals aus. Statt "Vom Christkind" schrieb er „Von Deiner Mama" und er merkte gar nicht, dass unter den Tränen die Tinte zerrann.

Da er innerlich so aufgewühlt war und sicher noch nicht schlafen konnte, setzte er sich an die Schreibmaschine und schrieb "Papa, erzähl mir vom Himmel".

Verfasser unbekannt
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Ich wünsche euch einen schönen Donnerstag..

16 Kommentare

  1. Ohhhhh, was für eine schöne Geschichte! Sooo rührend - und erinnert einen daran, das viele Menschen dieses Weihnachten vielleicht das erste Mal ohne einen geliebten Menschen feiern müssen. Aber wie die Mutter in deiner Geschichte sind sie in unseren Gedanken und Herzen doch auch dabei!!
    Vielen Dank für deine Geschichte.
    Liebe Grüße
    Claudia

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  2. Hallo Katrin,

    das ist einen wunderschöne Geschichte. Danke das Du sie mit uns geteilt hast!

    Lg und einen schönen Tag schickt Kerstin W.

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  3. Eine sehr schöne Geschichte. Ich sitz hier und hab Pipi in den Augen, Wasserpegel weiter steigend.
    LG Silke

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  4. Guten Morgen liebe Katrin,
    das ist eine zu Herzen gehende Geschichte. Vielen Dank für deine Mühe. Ich wünsche dir einen schönen Tag.
    Liebe Grüße Silvi

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  5. liebe Katrin
    wunderschön
    Danke
    sonnige eiskalte Wintergrüße SilviA

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  6. liebe Katrin,

    danke für diese Geschichte. Ich bin gerührt...
    Ich bin jetzt 44 Jahre alt, mein Papa starb vor 7 Jahren an Krebs - und er fehlt immer und immer wieder. Auch wenn ich die Tatsachen kenne, so glaube ich fest daran, daß wir uns irgendwann wiedersehen werden. Das waren auch die letzten Worte, die ich zu ihm gesprochen habe, als ich ihn im Hospiz verließ. Am nächsten Morgen bekam ich auf der Arbeit den schrecklichsten Anruf meines Lebens.

    Und es gibt ja im Jahr immer bestimmte Tage, an denen man an die Liebsten Verstorbenen denkt, da gehört Weihnachten, das seit dem Tod meines Vaters nicht mehr genauso schön ist (trotz kleinem Sohn) wie davor, dazu.

    Ich wünsche dir jetzt schon eins chönes Weihnachtsfest mit all deinen Lieben!!

    LG, Heike

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    1. Hallo Heike,
      ja, das kann ich gut verstehen.. er fehlt dir sicher in vielen Situationen und gerade zu Weihnachten ist es oft schwer, die Menschen, die man liebt, nicht um sich zu haben.. Dein Papa ist sicher bei dir.. ♥

      Ich drück dich ganz feste und wünsche dir ebenfalls ein schönes und friedliches Weihnachtsfest..

      Knuddel, Katrin

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  7. Hallo Katrin,
    danke Dir für diese schöne Geschichte. Sie geht mir richtig unter die Haut. Die werd ich mir merken und es findet sich bestimmt eine passende Gelegenheit, sie weiterzuerzählen.
    Liebe Grüße
    Martina

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  8. Hallo Katrin, das ist wirklich eine wunderschöne Geschichte. Ich freue mich schon auf morgen. Liebe Grüße, HElke

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  9. Oh, da war eben Taschentuchalarm. Ich habe auch als Kind meinen Papa verloren und diese Geschichte hat mir so sehr gezeigt, wie sehr ich ihn auch nach 34 Jahren vermisse.
    Danke für diese rührende Geschichte.
    Liebe Grüße Maren

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  10. Hallo Katrin,
    danke für die wunderschöne Geschichte!
    LG Daniela

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  11. *schnief*, diese Geschichte kenne ich noch nicht ... oh, wie traurig. Aber berührend. Danke fürs Zeigen.

    Zu Weihnachten fällt es umso mehr auf, wenn geliebte Familienangehörige nicht mehr dabei sein können, sie fehlen :-( Aber es ist, so finde ich, auch eine Zeit des Erinnerns an glückliche Momente.

    LG Svenja

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  12. Moin Katrin,
    danke für diese sehr schöne und anrührende Geschichte.
    Hab´ einen schönen Abend.
    Liebe Grüße Heidi

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  13. hallo katrin,
    eine rührende geschichte!
    dein adventskalender ist sehr schön und so super unterschiedlich "gefüllt"!
    vielen dank!
    liebe grüße
    lücki

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  14. Vielen Dank für die wunderschöne Geschichte
    LG Heidi

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Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst und mir einen Kommentar hinterlässt.
Liebe Grüße,
Katrin
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Thanks for looking and your comment,
Hugs Katrin

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